Polo – Sport der Könige – in Dubai

Am Freitag war es endlich wieder soweit. Im „Al Habtoor Polo Resort and Club“ vor den Toren der Metropole begann die neue Polo-Saison. Al Habtoor 1, Al Habtoor 2 und Bin Drai Polo BDP mit traten in einem Turnier „jeder gegen jeden“ an. BDP wurde angeführt von Marquess of Blandford George Spencer-Churchill. Ja, verwandt mit dem Churchill und den Spencers.

Wer unter den Polo-Laien würde das erwarten? Ein Familienfest bei dem Du einerseits den wahrlich aufwendigen Sport der Upper Class erleben kannst (oder ihre Rolls Royce und Bentley SUVs in allen Farben auf dem Parkplatz), andererseits herrscht am Spielfeld unter den Zuschauern eine entspannte Picnic-Atmosphäre (statt Kaviar) mit Pizza, Ice Cream und Hüpfburg. Auf dem Platz ein interessanter, aufregender, dynamischer Sport von Menschen ohne Attitüden. Der Schutz der Tiere ist oberste Regel.

Ein großartiges Event. Geheimtipp: Am Freitag beginnt das einwöchige Halloween-Turnier mit fünf Mannschaften in 10 Spielen.

 

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Festival City Waterfront Promenade eröffnet

In Rekordbauzeit ist der Mittelteil der Waterfront Promenade der Festival City Shopping Mall fertiggestellt worden und nun für Besucher geöffnet. Innen und außen klare Linien, Luft und Licht. Zahlreiche Cafés und Restaurants haben bereits eröffnet – von Magnolia Bakery, Starbucks, Paul, Nero bis Serendipity. Andere, wie Cheesecake Factory, sind im Bau. Selbst ewig murrende Billigheimer in der deutschen Community (Nervende Standardfrage „Wo gibt es billig…“), werden auf ihre Kosten kommen. Ein riesiger Food Court in hellem, weiträumigem und geschmackvollem Interieur öffnet gerade schrittweise.

Der Umbau der beliebten Mall ist großzügig und mit Können gelungen. Wenn das die Besucher honorieren und Stil beweisen, kann Festival City in Fragen Niveau und Anziehungskraft zum Dubai Mall-Level aufrücken.

Atemlos auf dem Track

Autorennen in Dubai. Im Gegensatz zu den Berufssöhnen die (gleich den sattsam berüchtigten, deutschen 3er BMW- und Manta-Fahrern) mit Papas Lamborghini den Boulevard bei uns in Dubai Downtown entlangknattern und den Anwohnern den letzten Nerv rauben, zeigen auf dem Dubai Autodrom gestandene Männer ihre Leidenschaft für den Sport und das was auf dem Asphalt besonders zählt – ihr Können.

Vor zwei Wochen hatte ich den französischen Radical-Piloten Ludovic Loffreda auf dem Autodrom in Dubais Motor City getroffen, um mehr über seinen Sport zu erfahren. Am vergangenen Wochenende nun testete ich für Classy Dubai den „Radical“ selbst – als Copilot des Formel 1-Urgesteins Nelson Philippe.

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Bereit zum Einsteigen

Ludovic Loffreda hatte mich eingeladen. Jetzt war es soweit. Auf dem Autodrom zwänge ich an diesem Freitag morgen, nachdem der Papierkram erledigt ist, meine 100 Kilo (Bruttogewicht) in den Rennoverall. Nicht ganz einfach. Alles an diesem Tag wird leichter aussehen als es ist. Noch bin ich gelassen, die Vorfreude steigt. Als ich den schwarzen Helm aufsetze und der Blickwinkel sich verengt, kommt zum ersten Mal Spannung auf. Man fokussiert zwangsläufig. Das Team gibt das Zeichen zum Einsteigen. Jetzt wird es ernst und ich begreife, welch einen Unterschied es macht, in einem solchen Geschoss zu sitzen. Den Radical und einen Straßensportwagen trennen die sprichwörtlichen Welten. Als ich mich auf den Hartschalensitz des Boliden gehievt habe, bleibt kein Platz zum neugierigen Umschauen und es sich bequem zu machen. Sicherheit geht vor und der sportliche Aspekt. Jetzt merkst Du: Wenn der Rennsport etwas nicht ist, dann eine Komfortzone. Die Helfer ziehen die Gurte fest.

Mit dem Piloten, Nelson Philippe, wechsele ich noch ein paar Worte, versuche zu frotzeln. Das letzte Wort bleibt stecken, Nelson gibt – für mich unvermittelt – Gas. Was nun folgt hatte ich nicht erwartet. Die Beschleunigung presst mich in den Sitz. Der Körper scheint eine Tonne zu wiegen – bis es in die Kurve geht. Natürlich hatte man gehört, dass Rennfahrer enormen Belastungen ausgesetzt sind. Doch jetzt spüre ich zum ersten Mal welche Kräfte auf Dich wirken, wenn Du vor der Kurve aus voller Geschwindigkeit abbremst. Doch die Kurve kommt ja erst! Ludovic Loffreda hatte mir bereits von der enormen Kurvenbeschleunigung des Radical erzählt. Doch meine Vorstellungskraft reichte offenbar nicht aus. Ich weiß nicht, ob mein berühmter Pilot lächelte, aber ich hätte es ihm nicht verdenken können. Ich war baff. Mit Höchstgeschwindigkeit durch eine enge Kurve zu düsen, das setzt gewaltige Kräfte frei. Ich gestehe, in der ersten engen Kurve hatte ich die Augen zu. Nur die Gurte hielten mich. Doch dann stellt sich das Gefühl zu fliegen ein. Runde auf Runde. Adrenalinschub um Adrenalinschub. Was Du da neben Dir siehst ist eine Kombination aus Können, Konzentration, Kraft und Kondition – beim Piloten. Purer Spass beim Mitfahrer. Danke, Ludovic Loffreda. Danke, Nelson Philippe. Für diese einmalige Erfahrung.

Hier einige Impressionen, mehr in meiner Galerie.

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Auch ich gehörte zu jenen die glaubten, Autorennen sei ein langweiliges Imkreisfahren. Beeindruckend hingegen zu erleben, was ein Pilot am Steuer eines Rennwagens leistet, was innerhalb von Sekundenbruchteilen zu koordinieren ist, bei Geschwindigkeiten um die 240 km/h. Was dabei dem Körper konditionell abverlangt wird ist enorm. Mein Muskelkater in Schultern und Nacken am nächsten Tag ließ es mich nochmal erleben. Dieses Erlebnis möchte ich nicht nur nicht missen – ich habe meine Begeisterung für diesen Sport entdeckt.