Polo – Sport der Könige – in Dubai

Am Freitag war es endlich wieder soweit. Im „Al Habtoor Polo Resort and Club“ vor den Toren der Metropole begann die neue Polo-Saison. Al Habtoor 1, Al Habtoor 2 und Bin Drai Polo BDP mit traten in einem Turnier „jeder gegen jeden“ an. BDP wurde angeführt von Marquess of Blandford George Spencer-Churchill. Ja, verwandt mit dem Churchill und den Spencers.

Wer unter den Polo-Laien würde das erwarten? Ein Familienfest bei dem Du einerseits den wahrlich aufwendigen Sport der Upper Class erleben kannst (oder ihre Rolls Royce und Bentley SUVs in allen Farben auf dem Parkplatz), andererseits herrscht am Spielfeld unter den Zuschauern eine entspannte Picnic-Atmosphäre (statt Kaviar) mit Pizza, Ice Cream und Hüpfburg. Auf dem Platz ein interessanter, aufregender, dynamischer Sport von Menschen ohne Attitüden. Der Schutz der Tiere ist oberste Regel.

Ein großartiges Event. Geheimtipp: Am Freitag beginnt das einwöchige Halloween-Turnier mit fünf Mannschaften in 10 Spielen.

 

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Atemlos auf dem Track

Autorennen in Dubai. Im Gegensatz zu den Berufssöhnen die (gleich den sattsam berüchtigten, deutschen 3er BMW- und Manta-Fahrern) mit Papas Lamborghini den Boulevard bei uns in Dubai Downtown entlangknattern und den Anwohnern den letzten Nerv rauben, zeigen auf dem Dubai Autodrom gestandene Männer ihre Leidenschaft für den Sport und das was auf dem Asphalt besonders zählt – ihr Können.

Vor zwei Wochen hatte ich den französischen Radical-Piloten Ludovic Loffreda auf dem Autodrom in Dubais Motor City getroffen, um mehr über seinen Sport zu erfahren. Am vergangenen Wochenende nun testete ich für Classy Dubai den „Radical“ selbst – als Copilot des Formel 1-Urgesteins Nelson Philippe.

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Bereit zum Einsteigen

Ludovic Loffreda hatte mich eingeladen. Jetzt war es soweit. Auf dem Autodrom zwänge ich an diesem Freitag morgen, nachdem der Papierkram erledigt ist, meine 100 Kilo (Bruttogewicht) in den Rennoverall. Nicht ganz einfach. Alles an diesem Tag wird leichter aussehen als es ist. Noch bin ich gelassen, die Vorfreude steigt. Als ich den schwarzen Helm aufsetze und der Blickwinkel sich verengt, kommt zum ersten Mal Spannung auf. Man fokussiert zwangsläufig. Das Team gibt das Zeichen zum Einsteigen. Jetzt wird es ernst und ich begreife, welch einen Unterschied es macht, in einem solchen Geschoss zu sitzen. Den Radical und einen Straßensportwagen trennen die sprichwörtlichen Welten. Als ich mich auf den Hartschalensitz des Boliden gehievt habe, bleibt kein Platz zum neugierigen Umschauen und es sich bequem zu machen. Sicherheit geht vor und der sportliche Aspekt. Jetzt merkst Du: Wenn der Rennsport etwas nicht ist, dann eine Komfortzone. Die Helfer ziehen die Gurte fest.

Mit dem Piloten, Nelson Philippe, wechsele ich noch ein paar Worte, versuche zu frotzeln. Das letzte Wort bleibt stecken, Nelson gibt – für mich unvermittelt – Gas. Was nun folgt hatte ich nicht erwartet. Die Beschleunigung presst mich in den Sitz. Der Körper scheint eine Tonne zu wiegen – bis es in die Kurve geht. Natürlich hatte man gehört, dass Rennfahrer enormen Belastungen ausgesetzt sind. Doch jetzt spüre ich zum ersten Mal welche Kräfte auf Dich wirken, wenn Du vor der Kurve aus voller Geschwindigkeit abbremst. Doch die Kurve kommt ja erst! Ludovic Loffreda hatte mir bereits von der enormen Kurvenbeschleunigung des Radical erzählt. Doch meine Vorstellungskraft reichte offenbar nicht aus. Ich weiß nicht, ob mein berühmter Pilot lächelte, aber ich hätte es ihm nicht verdenken können. Ich war baff. Mit Höchstgeschwindigkeit durch eine enge Kurve zu düsen, das setzt gewaltige Kräfte frei. Ich gestehe, in der ersten engen Kurve hatte ich die Augen zu. Nur die Gurte hielten mich. Doch dann stellt sich das Gefühl zu fliegen ein. Runde auf Runde. Adrenalinschub um Adrenalinschub. Was Du da neben Dir siehst ist eine Kombination aus Können, Konzentration, Kraft und Kondition – beim Piloten. Purer Spass beim Mitfahrer. Danke, Ludovic Loffreda. Danke, Nelson Philippe. Für diese einmalige Erfahrung.

Hier einige Impressionen, mehr in meiner Galerie.

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Auch ich gehörte zu jenen die glaubten, Autorennen sei ein langweiliges Imkreisfahren. Beeindruckend hingegen zu erleben, was ein Pilot am Steuer eines Rennwagens leistet, was innerhalb von Sekundenbruchteilen zu koordinieren ist, bei Geschwindigkeiten um die 240 km/h. Was dabei dem Körper konditionell abverlangt wird ist enorm. Mein Muskelkater in Schultern und Nacken am nächsten Tag ließ es mich nochmal erleben. Dieses Erlebnis möchte ich nicht nur nicht missen – ich habe meine Begeisterung für diesen Sport entdeckt.


 

Zum Brand des Address Hotels in Dubai

Eigentlich wollte ich nicht dazu schreiben, aber die Sensationsgier und Desinformation der Medien in Deutschland und einigen anderen Ländern kann man nicht schweigend übergehen. Ich kann mich auch des Eindrucks von Heuchelei und einer gewissen Schadenfreude dortzulande nicht erwehren. Wenn man wie wir Augenzeuge des Brandes in der Silvesternacht war und gleichzeitig den unprofessionellen Mischmasch (um nicht zu sagen Schwachsinn) bei CNN, BILD u. a. verfolgte, musste man sich an zwei verschiedenen Orten glauben. Ich denke nicht, dass ich der Paranoide war, denn ich sah das Geschehen mit eigenen Augen. Da berichtet ein Mann von BILD (Daniel Cremer) er sei in ABU DHABI und zugleich VOR ORT. Eine wahrhaft gespaltene Persönlichkeit. Abu Dhabi und Dubai liegen über 100 km entfernt von einander. Die Panikmache dieser „Medien“ will ich nicht noch verbreiten und kommentieren. Es reicht WELT, BILD, SPIEGEL und STERN vom 1. Januar zu googlen.

Fakt ist, die Menschen in Dubai nahmen das Unglück gefasst hin, von Panik war nichts zu sehen und ich VOR ORT habe auch niemanden getroffen, der Panik erlebt hat. Die Bild-Zeitung verbreitete sogar, ganz Dubai rieche nach Rauch. (Dubai ist ca. 34 km lang!) Wir befinden uns seit dem Brand bis heute in unmittelbarer Nähe. Wir wohnen 1000 Meter entfernt und riechen keinen Qualm. Ich habe das Address Hotel 48 Stunden mehrfach aus 50 m Entfernung fotografiert. Obwohl das Gebäude noch am Mittag des 1. Januar stellenweise Brandnester hatte und jetzt eine große Brandseite hat, gibt es keinen Brandgeruch, erst recht nicht in ganz Dubai. Die WELT erzählt die abgeschriebene Mär von einem Reporter der abwechselnd mal an einem Seil, verknoteten Bettlaken, Vorhängen, Fensterputzeranlage etc. angeblich am Gebäude hing. Aber er konnte während des Brandes Schritte der Feuerwehr im Zimmer hören und sich bemerkbar machen. Fakt ist, laut seinem eigenen Bericht, er stand auf dem Balkon und wurde von der Feuerwehr gerettet. Fast jede deutsche Zeitung erzählt sensationsgeladen, die Zivilverteidigung von Dubai wäre bei dem Brand eingesetzt gewesen. Ja wer denn sonst? Keines der Horrido-Medien Tausende Kilometer entfernt wusste, dass die Feuerwehr in Dubai ganz normal zur Civil Defence gehört. Journalismus sieht anders aus. Keine Zeitung, kein Sender hat sich in jener Nacht an uns Deutsche in Dubai gewandt, auch an unsere Kollegen nicht. Dafür wurden ehemalige Polizisten aus USA oder Touristen im Dusit-Hotel („Ich kann nichts weiter sehen.“) aufgeboten. Fürchterlich.

Was das deutsche (noch schlimmer das CNN-) Panik-Orchester hingegen nicht berichtete war, wie organisiert die Veranstaltung und die Evakuierung war und dass es keine Panik gab. Bei 1 Million Zuschauern in Downtown, Business Bay, Jumeirah.

Dass das Feuerwerk stattfand wurde in Deutschland kritisiert – in dem Land, wo eine einfache Love-Parade wegen fehlender Rettungswege zur Todesfalle wurde. Haben diese Dilettanten in der Ferne vor lauter Sensationshektik auch mal überlegt? Zum Beispiel wie man eine Million Zuschauer aus der City nach Hause schicken soll und gleichzeitig bei diesem GROSSBRAND Strassen und Rettungswege für Feuerwehr und Ambulanzen freihalten? Hallo Kollegen, bei CNN, BILD, Stern, Spiegel, Welt. Noch nie habe ich simultan verfolgen können wie FALSCH über die Realität berichtet wird. Die Kritik als L-Presse habt ihr Euch wohl verdient. Ihr habt zu allem eine Meinung, aber immer öfter keine Ahnung. Das musste mal raus. Und auch dies an die Feuerwehr und Behörden von Dubai:

Shukran!  I would like to express our appreciation to the brave and professional civil defence, fire fighters, security staff and police of Dubai. You took the right decisions. You did a great job. Thank you so much.

Update 5. Januar: Das Address Hotel wird auf Weisung von Scheich Mohammed Bin Rashid Al Makhtoum , dem Herrscher von Dubai und VAE-Premierminister, mit einem internationalen Team durch die Firma DUTCO in Rekordzeit wiederhergestellt. Die Arbeiten haben drei Tage nach dem Brand bereits begonnen. Zeitplan und Details werden in Kürze bekannt gegeben. DUTCO baut in dem Bereich z. Z. bereits die Dubai Mall-Erweiterung und ist bekannt durch den Bau der Terminals am Flughafen.

Die Behörden arbeiten an der Untersuchung der Ursachen des Brandes. Der Polizeichef hat auf Twitter das Foto eines kleinen Brandes auf einem Balkon am Abend des 31. 12. 2015 veröffentlicht.

Alserkal- Dubais Künstlerviertel

Abseits des mondänen Downtown ist in Dubai ein Künstlerviertel entstanden, Alserkal Avenue. Classy Dubai schreibt: „Natürlich hat Alserkal mit einer Avenue so viel zu tun wie eine Avenue in Berlin. Doch der Charme des Viertels besteht genau darin, einer – auf den ersten Blick – Lagerhausgegend echte Bohème einzuhauchen.“ Zur Eröffnungswoche tummeln sich hier Maler und Aktionskünstler, Galeristen, Stars und Sternchen der Szene, Blogger und Sammler. Die Galerien und ihre Exponate sind so bunt wie das Leben – das ganze… Was auffällt ist die vielfältige gesellschaftspolitische Kunst. Da ist zum Beispiel die Ausstellung deutscher Künstler des 20 Jahrhunderts „German Cool“ von Ramin Salsali mit dem das israelische Nuklearpotential darstellende „Liefermethoden seit 1967“ von Alessandro Balteo Yazbeck aus Berlin. Ein Stück weiter zeigt Khaled Hafez in Multimedia, Gemälde und Skulpturen um den Gott Anubis, wenn es um die Macht geht ändert sich nichts“. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Fotografen, wie der Zustrom an jedem der jetzt auch wettermäßig wunderbaren Abende zeigt.

Away from the chic Downtown a bohemian quarter emerged in Dubai, Alserkal Avenue. Classy Dubai writes: „Of course Alserkal is an Avenue so much as an Avenue in Berlin. But the charm of the district consists precisely in a – at first glance – warehouse area breathe in real Bohèm“ During the opening week here cavort painter and performance artists, gallerists, stars and starlets of the scene, bloggers and collectors. The galleries and their exhibits are as colorful as life itself – the whole life … What strikes is the diverse socio-political art. For example, there is the exhibition of German artist of the 20th century „German Cool“ by Ramin Salsali with the Israeli nuclear potential performing „delivery methods since 1967“ by Alessandro Balteo Yazbeck from Berlin. A little further shows Khaled Hafez in Multimedia, paintings and sculptures to the god Anubis: „When it comes to power, nothing changes.“ Well worth a visit not only for photographers, as the influx of each of the now moderate weather wonderful evening shows.

The German’s pictures – Die Bilder des Deutschen

(c) 2015 Paule Knete für Classy Dubai
Abra on Dubai Creek – Wassertaxi auf dem Dubai Creek

Was bisher geschah. Du kommst aus dem Abendland in diese andere Kultur. Geografisch Morgenland. Kulturell ein Extrakt der ganzen Welt. Bleibst Du wer Du warst – in einer fremden Welt? Oder Du wirst ein deutscher Teil dieser Welt. Die Leute fragen Dich, wie es hier ist… Man kann nun Romane schreiben oder Blogs. Für Menschen die nicht mehr lesen? Du kannst ihnen Bilder zeigen. Heute sprechen Bilder immer noch mehr als tausend Worte und sie erreichen mehr als 1000 x 1000 Menschen. Für diesen Weg habe ich mich entschieden.

You comes from the West in this different culture. Geographically Orient. Culturally is it an extract of the whole world. Are you still who you were – in a strange world? Or you becomes a German part of this world. People ask you how it is here … Now one can write novels or blogs. Write for people who do not read at all? You can show them pictures. Today pictures still speak a thousand words and they reach more than 1000 x 1000 people. It’s better that way.